Ärzt:innen

Sophie-Christin, welche Rolle spielen Ärzt:innen beim Vorhaben von P4D? Warum sind sie wichtiger Teil der Mission? Welche Vorteile ergeben sich auch für sie über P4D?

“In Vorbereitung auf den Beruf als Ärzt:innen lernen wir den menschlichen Körper – in Gesundheit und Krankheit – kennen und verstehen, wir lernen als kritische Diagnostiker:innen unterschiedliche Informationen zusammenzusetzen und so aufgegebene Rätsel zu lösen. Aber was ebenso fundamental für die Tätigkeit als Ärztin oder Arzt ist, nämlich Patient:innen mit Empathie, Offenheit und Respekt zu begegnen und eine vertrauensvolle, partnerschaftliche Grundlage für die Zusammenarbeit zum Erhalt von Gesundheit aufzubauen, wird oft als „angeborene Fähigkeit“ vorausgesetzt, zu wenig trainiert und zu wenig als entscheidende Komponente des Berufs kommuniziert. Dabei gewinnt gerade im Zeitalter der Digitalisierung dieser Teil unserer Tätigkeit an Bedeutung.

Viele wählen den Beruf aus der intrinsischen Motivation heraus Menschen helfen zu wollen.  Wir wollen „gute Ärzt:innen“ sein – aber was genau bedeutet das und wer definiert, was ein „guter Arzt“, eine „gute Ärztin“ ist? Mit der Patient:innenversorgung als Existenzbegründung für unseren Berufszweig und das Gesundheitswesen an sich, sollte dies vor allem aus der Perspektive von Patient:innen beurteilt werden. Laut einer europäischen Studie wünschen Patient:innen sich Ärzt:innen, die Zeit haben zuzuhören, zu erklären. Sie wünschen sich neben fachlicher Kompetenz, dass Ärzt:innen ihnen verständlich mitteilen, was ihnen fehlt. Sie wollen die Aufmerksamkeit ihrer Ärzt:innen und ihnen vertrauen können.

Unsere Arbeit findet unter Zeitdruck und oft auch Kostendruck statt, wir unterbrechen unsere Patient:innen, geben ihnen nicht genügend Gelegenheit oder vermitteln nicht die richtige Atmosphäre, die es braucht, um wichtige Informationen mit uns zu teilen. Fehler passieren und wir werden unserem eigenen und dem Anspruch unserer Patient:innen nicht gerecht. Im schlimmsten Fall bemerken wir diese Fehler nicht und lernen so auch nicht aus diesen.

Vorstellung: Sophie Ernst

Sophie-Christin Ernst ist Ärztin, Ideengeberin und Mitgründerin von Patients4Digital. Sie ist weiterhin Research Fellow am Fachgebiet für Management im Gesundheitswesen der Technischen Universität Berlin. Seit 3 Jahren forscht Sophie-Christin Ernst zur erfolgreichen Implementierung von Value-Based Healthcare und Patient-Reported Outcome Measures (PROMs) als entscheidender Komponente dieses Konzeptes und wichtiges Instrument, um die Patient:innenperspektive auf individueller und Systemebene stärker einzubinden. Im Rahmen ihres Studiums mit praktischen Anteilen in verschiedenen Ländern sowie durch internationale Vergleiche als Teil ihrer Forschungsarbeit hat sie wertvolle Einblicke in verschiedene Gesundheitssysteme gewonnen. Als Pflegeassistentin und Angehörige hat sie darüber hinaus das deutsche Gesundheitssystem aus unterschiedlichen Perspektiven kennengelernt. Diese Perspektivenwechsel haben ihren Blick für Probleme in der aktuellen Versorgung geschärft und sie schon früh motiviert, ein besseres Verständnis für diese zu entwickeln und Lösungen aktiv mitzugestalten.

Mit dem Ziel, eine stärkere Stimme von Patient:innen und Bürger:innen im Gesundheitswesen zu fördern und mehr Austausch unter Stakeholdern zu schaffen, um das Gesundheitssystem gemeinsam zu gestalten, engagiert sie sich bei Patients4Digital. In ihrer Arbeit für die Initiative vereinen sich ihre Rollen und damit die verbundenen Erfahrungen als Ärztin, Angehörige und Wissenschaftlerin.

In einem geschützten Raum, wie in Patients4Digital bietet, können wir uns – ohne dadurch angreifbar zu werden oder Professionalität einzubüßen – austauschen, im Dialog auf Fehler und Missstände aufmerksam machen und aufmerksam gemacht werden. Wir können gemeinsam Bürger:innen und Patient:innen darin unterstützen wirklich „empowered“ zu sein, denn die Gesundheit unserer Gesellschaft hängt maßgeblich von der Entwicklung ihrer Rolle ab. Gemeinsam können wir als Partner die Gesundheitsversorgung der Zukunft neu definieren und gestalten, die Qualität der Gesundheitsversorgung und Outcomes, die Patient:innen wirklich wichtig sind definieren und verbessern.”

Welche Vorteile ergeben sich durch den stärkeren Austausch und Aktivitäten über P4D für Ärzt:innen?

“Der Austausch ermöglicht uns einen Perspektivenwechsel – Wie erleben Patient:innen ihre Begegnung mit uns? Wie können wir eine Partnerschaft aufbauen, Respekt, Vertrauen und Empathie vermitteln die für eine gute Zusammenarbeit vonnöten sind?

Der Austausch kann Verbesserungspotenzial und Innovationsbedarf aufdecken – im Kleinen wie im Großen – und einen Lernprozess anstoßen

P4D ermöglicht Kollaboration unterschiedlicher Stakeholder um bedeutungsvolle Innovation voranzutreiben, die Patient:innen und Ärzt:innen in ihrer Zusammenarbeit mit dem Ziel Gesundheit zu erhalten oder wieder herzustellen unterstützt.”

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